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Medienprojektzentren Offener Kanal
Ausgabe 3/2020 – 30. November 2020
Liebe Leserinnen und Leser,

 

„es geht um Partizipation und freie Meinungsäußerung. Es geht um lokale Vielfalt und Information, es geht um Vernetzung und Integration. Und es geht um die Vermittlung von Medienkompetenz an unterschiedliche Zielgruppen und auf vielen Ebenen. Mit anderen Worten: Es geht um Bürgermedien.“
Diese Sätze leiten das Kapitel über Bürgermedien im bald erscheinenden Bericht „30 Jahre Medienanstalt Hessen“ ein. Auf den Bericht müssen Sie noch etwas warten, wie unsere Arbeit praktisch aussieht, können Sie in diesem Newsletter jetzt schon lesen.


Die vier hessischen MOKs wünschen eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch!

Nachrichten aus den Medienprojektzentren

Neues Magazin im OK Gießen: „Maneköpp“ greift heiße Eisen an

MOK Gießen.

Maneköpp ist ein Projekt von Freiwilligen im sozialen Jahr und Praktikanten des Medienprojektzentrums Offener Kanal Gießen. Ziel der ehrgeizigen Initiative sind regelmäßige Reportagen aus der Region Gießen und Umgebung. Das Magazin hat den Anspruch, Themen zu beleuchten, die aktuell wichtig sind, aber nicht genügend,  bzw. zu einseitig diskutiert werden.

 

Das Produktionsteam besteht aus den beiden FSJlern Felix Weileder und Leonie “Lua” Siefert sowie den beiden Praktikanten Nico Hofmann und Mika Rau. Der Name „Maneköpp“ leitet sich übrigens von dem alten Gießener Dialekt, dem „Manisch“ ab.

In der ersten Folge widmete sich das Team dem geplanten Ausbau der A49 zwischen Gießen und Fulda. Vor Ort, in dem zu rodenden Dannenröder Forst, sprachen sie mit Waldbesetzer*Innen und stellten -auch durchaus kritische- Fragen: Ist die Autobahn nicht vielleicht doch gut für den Umweltschutz? Wie sehen Alternativen zur Autobahn aus?  Wie passen gewaltaffine Aktionen ins Konzept der Naturschützer? Wie denken Anwohner und Betroffene über die aktuelle Diskussion?

Die erste Folge des Maneköpp-Lokalreports war am 25.11. auf dem Offenen Kanal zu sehen. Zudem gibt es den eigenen YouTube Account “Maneköpp”, auf dem auch die künftigen Magazinbeiträge veröffentlicht werden.

Das nächste Thema ist bereits im Visier der jungen Journalisten und verspricht, tierisch spannend zu werden: Es soll um die Rattenplage in der Gießener Innenstadt gehen.

Das Bild zeigt Mika, "Lua", Felix und Nico bei einer Pause im "Aussendienst".

 

Text: Ra/Be/MOk Gießen. Bild: Ra/MOK Gießen.

Was macht Corona mit Künstlern aus dem Rhein-Main-Gebiet?

MOK Rhein-Main.

Das MOK Rhein-Main und die Frankfurter Musiker-Initiative Virus-Musik haben im Sommer ein neues Sendeformat gestartet. "Standort!" gibt Künstlern aus dem Rhein-Main-Gebiet eine Stimme. Das "grenzunterschreitende Musikmagazin" fragt nach: Wie geht es Künstlern in Zeiten der Pandemie? Nach dem großen Erfolg von Episode 1 ging Episode 2 Ende Oktober auf Sendung.

 

In der zweiten Ausgabe von "Standort!" interviewen Moderator und Produzent Sepp'l Niemeyer und Moderatorin Chan von Virusmusik auf dem Offenbacher MOK-Balkon die Musikerin Mane, die Band Francos Pain sowie die Rap-Formation Rewe City Crime Boys. Highlights der Sendung sind zudem eine Spontan-Performance und ein Live-Songwriting von den Rewe City Crime Boys.

 

Das Musikmagazin "Standort" ist unter www.mediathek.hessen.de abrufbar und wurde bereits hundertfach angesehen. Eine dritte Ausgabe wurde Mitte November auf dem MOK-Balkon in Offenbach abgedreht und befindet sich derzeit in der Postproduktion.

 

VirusMusik ist eine Musiker-Initiative und unterstützt aktiv die lokale Musikszene in Rhein-Main. VirusMusik hilft unter anderem bei der Suche nach Proberäumen und bietet mit regelmäßigen Musikveranstaltungen jungen Bands und Künstlern die Möglichkeit, sich live vor Publikum zu präsentieren.
 

 

 

Text: NT. Bild: NT.

Rolle vorwärts - Die Zukunft der Arbeit

MOK Kassel.

Wie gut ist die Region Kassel angesichts der strukturellen Veränderungen in den wichtigsten Branchen aufgestellt? Welche Chancen bieten sich, welche Risiken birgt die Abhängigkeit von der Mobilitätswirtschaft?

Diesen und weiteren Fragen gehen der Arbeitswissenschaftler Dr. Michael Lacher und der ehemalige Kasseler Oberbürgermeister Wolfram Bremeier in einer neuen vierzehntägig zu sehenden Sendereihe (jeweils dienstags um 18 und 22 Uhr) im Offenen Kanal Kassel nach... 

 

Ihre Gesprächspartner sind u.a. die Betriebs- und Personalratsvorsitzenden der größten Arbeitgeber, aber auch Soloselbstständige und VertreterInnen der Kultur- und Kreativbranche.

Zum Auftakt unter dem Thema „Automobilindustrie am Scheideweg“ äußerte sich Carsten Bätzold, Betriebsratsvorsitzender im VW Werk Kassel, gegenüber Wolfram Bremeier zu einer Krise, die nicht nur lange andauern, sondern auch Wertschöpfungsketten, Produktions- und Konsumnormen dramatisch verändern wird.

Ebenso spannend das Gespräch von Michael Lacher mit dem BR-Vorsitzenden von SMA, Martin Breul, der die zukünftigen Vernetzungsstrategien des Weltmarktunternehmens beleuchtete.

 

Nie waren sie wichtiger als heute

MOK Fulda.

Sie waren immer da und werden es auch hoffentlich immer sein. Ohne sie gäbe es fast keine Studioproduktionen mehr. Die meisten Großveranstaltungen und Projekte sind ohne sie nicht machbar. Und jetzt, während Corona, sind sie für uns noch viel unverzichtbarer geworden. FSJler. Bundesfreiwilligendienstler. Schülerpraktikanten. Studierende im Anerkennungsjahr. Studierende im Praxissemester. Und so weiter. Praktikanten.

Jetzt, im November 2020, sind im MOK Fulda alle medienpädagogischen Praxisprojekte auf Eis gelegt. Von den 2500 Kindern und Jugendlichen, die wir sonst jährlich mit unseren Angeboten erreichen, sind in diesem Jahr vielleicht 500 übriggeblieben. Von den 600 Studierenden, die sonst an unseren Theorie- und Praxisprojekten teilnehmen, werden von einem Kollegen gerade noch 150 online aus seinem Homeoffice heraus betreut (lesen Sie dazu auch seinen Bericht: „Ein Semester Online-Lehre“). Und natürlich findet wegen fehlender Kinder und Jugendlichen für sie in diesem Jahr keine Praxis statt.

 

Auch die Fernsehproduktionen unserer Nutzer sind über den Sommer immer weniger geworden. Es gibt keine Veranstaltungen mehr, über die berichtet werden könnte, keine Dorffeste, keine Umzüge, selbst der Karneval fällt in diesem Jahr in Fulda aus, für Viele hier eine Katastrophe. Kaum Jemand möchte noch mit einer Videokamera auf die Straße gehen, geschweige denn in geschlossene Räume mit anderen Menschen.

Trotzdem besteht natürlich bei vielen Fuldaer Bürgern und Interessengruppen immer noch ein großes Bedürfnis, Themen in die Öffentlichkeit zu bringen, sie bekommen nur keine Menschen mehr zusammen, die die Produktion übernehmen. Weshalb wir das mit unseren Praktikanten für sie tun. Seit Monaten schon ist unser Studio fast ausgebucht. Künstlertalks, Umweltgespräche, religiöse Diskussionen, Migrantenthemen, Zeitzeugengespräche, Schulleiter, die Geschichten über ihre Schulen für deren Homepage aufzeichnen wollen weil sie ihren Tag der Offenen Tür in diesem Jahr nicht durchführen können, dank unseres Praktikantenteams können wir all dies produzieren und meist sogar noch sendefertig nachbearbeiten.

Praktikanten. Für das MOK Fulda sind sie systemrelevant.

 

Im Bild sehen Sie v.l.n.r.: Caroline Rücker, BFD; Leon Schulz, Schülerpraktikant; Felix van Deyk, Student im Praxissemester; Ilka Breyer, BFD. Nicht im Bild: Emily Scheller und Xenia Müller, Fachoberschülerinnen im Praxisjahr.

Grundlagen des Videojournalismus - Seminar im MOK Kassel

MOK Kassel.

Im Rahmen einer Kooperation zwischen der LPR und der Universität Kassel bietet das MOK Kassel Studierenden am Fachbereich 2 auch in diesem Semester das Praxisseminar zur Einführung in den Videojournalismus an...

 

Erstmals wird dieses Seminar in "hybrider" Form durchgeführt. Die Vorlesungen zu den rechtlichen Grundlagen, zur journalistischen Recherche und zum Aufbau interessanter Beiträge erfolgen online, die Arbeit mit der Kamera sowie der Teil der Postproduktion werden im MOK in Kleinstgruppen vermittelt.

In der Praxisphase produzieren die Studierenden eigene Beiträge zu aktuellen lokalen Themen und reichen eine Hausarbeit ein, um ihre Prüfungslesitung zu belegen.

Mehr als eine Schädelklemme oder Glasflasche im Labor

MOK Rhein-Main.

Das MOK Rhein-Main und der Rat für Formgebung haben bei der Dokumentation der Veranstaltungsreihe "Design Talks" in diesem Jahr erstmals zusammengearbeitet. Die vom Institute for Design Research and Appliance (IfDRA) organisierten Gespräche zu aktuellen Fragen der Designbranche im Spannungsfeld von Entwurf, Produktion und Vertrieb wurden vom MOK Rhein-Main aufgezeichnet und über den Offenen Kanal (OK) in TV und Internet verbreitet.

 

Unter dem Titel "Medical Design: Vom neurochirurgischen Instrument bis zur Architektur" lief der erste Design Talk Ende Oktober im Programm des Community-Senders. Weitere Gespräche zum Thema "Mobility Design: Vom Weißen Stock bis zur datenoptimierten Logistik" und zum Thema "Digital Design: Von der User Experience bis zur visuellen Strategie" folgten.

 

Der Rat für Formgebung mit Sitz in Frankfurt bot mit der Veranstaltungsreihe "Design Talks" anhand von konkreten Fallbeispielen aus der Medizin, der Mobilität und der Digitalität Einblicke in das Themenfeld der Designforschung. Organisiert und moderiert wurden die Talks in diesem Jahr erstmalig vom neugegründeten und am Rat für Formgebung angesiedelten Institute for Design Research and Appliance (IfDRA).

 

 

Text: NT. Bild: German Design Council.

MOK Gießen unterstützt Hochschule mit online-Livemusik

MOK Gießen.

Die Technische Hochschule Mittelhessen veranstaltet zweimal jährlich (jedes Semester) eine Absolventenfeier der Fachbereiche Bau und Architektur. Gegenstand dieser Feierlichkeit ist die Auszeichnung der besonderen Leistung einiger Studierender, Fachvorträge von externen Rednern sowie Vorträge von Institutsinternen.

 

Auch das noch einmal Zusammenkommen, Vernetzen oder Verabschieden derer, die ihr Studium nun beendet haben und die Hochschule im Anschluss verlassen werden, ist Bestandteil dieser Abende.

Begleitet wird die Veranstaltung regulär von einer Band, die zwischen den Programmpunkten für Unterhaltung sorgt.

Bedingt durch die Pandemielage konnte diese Veranstaltung, die sich zeitlich auch nicht aufschieben ließ, nur rein digital durchgeführt werden.

Für die einzelnen Teilnehmer der Veranstaltung, seien es die Absolventen oder aber die Redner, war die Teilnahme an dieser virtuellen Konferenz denkbar einfach - ein Notebook mit Webcam oder ein Smartphone genügte zur Teilnahme aus. Für die Band gestaltete sich die Verlagerung ins Virtuelle jedoch deutlich schwieriger: Um die musikalische Unterstützung der Veranstaltung zu ermöglichen, musste die Band mikrofoniert und abgemischt werden und zusammen mit Bildern eines Multikamerasystems in die Online-Konferenz eingespeist werden, um den Anforderungen an einen musikalischen Live-Auftritt halbwegs gerecht zu werden. Eine einfache Webcam wäre für diesen Zweck völlig ungeeignet gewesen.

Im Studio des MOK Gießen fand die Band genug Platz, um sich, wie von den regulären Auftritten einer nicht - Pandemie - Situation gewohnt, auf einer Bühne aufzubauen. Statt zum Publikum, war sie einem TV-Monitor zugewandt, auf welchem sie den Verlauf der Veranstaltung sowie die Reaktion des Publikums, also der Teilnehmer der Veranstaltung verfolgen und auch ihre Einsätze nach den Anmoderationen und Vorträgen erkennen konnte.

Die Eingliederung der Band als Bestandteil der Live Onlinekonferenz funktionierte reibungslos und war für alle Beteiligten ein Erfolg.

Ohne die Unterstützung des MOK Gießen wäre es nicht möglich gewesen einen Liveauftritt der Band Manké in die Zoom-Videokonferenz zu integrieren. Die Veranstaltung hätte somit gänzlich auf ihre gewohnte musikalische Unterstützung verzichten müssen. Die Beteiligten der Hochschule, aber auch die Band, zeigten sich sehr dankbar, in dieser besonderen Lage der Isolierung und Einschränkung sämtlicher sozialer Interaktivität wenigstens ein Stück weit Normalität bieten zu können. Wenn auch nur mit einer digitalen Adaption der THM Absolventenfeier Fachbereich Bau und Architektur.

Insgesamt haben etwa 200 Teilnehmer die Live-Veranstaltung über die Online-Meeting Plattform Zoom verfolgt.
 

Text: Le/Be/MOK. Bild: Le.

Der (Ver-)Möbelmörder

MOK Fulda.

Nach wenigen Wochen in der Einsatzstelle wurden wir, Caroline Rücker und Ilka Breyer, Bundesfreiwilligendienstlerinnen, voller Überforderung, in die Leitung eines Herbstferienprojekts mit Schulkindern im Alter von 12-15 Jahren geworfen. Corona erschwerte zwar das Kennenlernen und Aufwärmen der Gruppe ein wenig, doch nachdem wir Abstands-korrekte Gruppenspiele gespielt und das Lieblingsgenre, die Lieblingsfilme und -serien herausgeschrieben hatten, war eines klar: Diese Woche musste jemand sterben. Weitere Überlegungen und einen groben Aufbau des Skripts später hatten wir uns aber geeinigt, mehr als Einer sollte es nicht werden. Müssen wir erwähnen, dass es dann doch Zwei wurden?

 

Jemanden vom Zug überrollen zu lassen haben wir nach langer Überlegung verworfen, es war einfach zu kompliziert. Wir entschieden uns für ein Waschbecken und zwei Tischbeine, vorzügliche Mordwaffen, die auch gleich noch den Namen des fertigen Kurzfilms ergaben: „Der (Ver-)Möbelmörder“. Der Rest des Skripts war dann nur noch eine Kleinigkeit.

Die nächsten Tage nutzten wir die Szenen zu drehen. Dies dauerte manchmal länger als wir gedacht hatten, zu viele Patzer und Lachanfälle brachten den Zeitplan durcheinander. So ist das, wenn Amateure Filme machen. Trotzdem war bis Donnerstag alles fertig gedreht, sodass wir gemeinsam die einzelnen Szenen zusammenschneiden und bearbeiten konnten. Am Ende der Woche wurden der Film und natürlich auch die zusammengestellten Outtakes gemeinsam angeschaut und den Kollegen präsentiert.

Auch wenn es zu Anfang der Woche noch schwierig war, etwas aus den Kindern herauszubekommen, öffneten sie sich schnell als wir anfingen, gemeinsam zu arbeiten. Wir gaben zwar Hilfestellungen, übernahmen Schauspielrollen und erklärten den Kindern die Technik und das Schnittprogramm, aber die meiste Zeit erarbeiteten sie sich den Film selbst. Da das Videoprojekt auch unser erstes eigenes Projekt war, war es umso schöner und zufriedenstellender, am Ende den fertigen Film zu sehen. Die Neugier und der Erfindungsreichtum der Kinder ließen uns Lösungen, Einstellungen und Optionen an Kameras und Schnittprogramm finden, auf die wir selbst gar nicht gekommen waren.

Nicht nur das Ferienprojekt, auch Livestreams und Aufnahmen im Studio machen trotz Corona viel Spaß und bringen uns jedes Mal neue Erfahrungen. Wir lernen bei verschiedenen Aufzeichnungen die unterschiedlichsten Themen kennen, entdecken neue Bereiche, sammeln neue Eindrücke und neue Sichtweisen.

Kurze Einführungsseminare zur Medienpädagogik und Entstehung der Offenen Kanäle machten es uns leichter zu verstehen, welche Geschichte hinter der Einrichtung Offener Kanäle steht, wie sie zu dem geworden sind, was sie heute sind und wofür wir sie heute nutzen können.

 

Just BuMP!

MOK Rhein-Main.

Zusammen mit 20 Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt hat das MOK Rhein-Main ein Kulturmagazin in Zeiten von Corona produziert. Im Rahmen des Fortbildungsprogramms "Buch- und Medienpraxis (BuMP)" wurden die Teilnehmenden bei der Entstehung des TV-Formates angeleitet, pädagogisch betreut und ein Semester lang unterstützt.

 

Das dabei entstandene Ergebnis des BuMP-Jahrgangs 2019/2020 wurde unter dem Titel "BuMP 2020 - Das Kulturmagazin der Buch- und Medienpraxis" über den Offenen Kanal (OK) Rhein-Main in TV und Internet Mitte November erstmals verbreitet und ist in der Mediathek Hessen zu sehen.

Es entstanden Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen. So zum Beispiel über Humor in der Krise oder über Gebärdensprache im Kulturbetrieb. Die Sendung ist zudem für Gehörlose barrierefrei mit Gebärdenübersetzung und Untertiteln. Eine besondere Herausforderung bei der Realisierung der Magazinsendung in Zeiten von Corona waren die eingeschränkten Produktionsbedingungen im Lockdown und die Auswirkungen der Pandemie auf das öffentliche Leben.

 

 

Text: NT. Bild: A. Krebs auf Pixabay.de.

Ein Semester Online-Lehre

MOK Fulda.

Online-Lehre in Zeiten von Corona ist ein großangelegter Feldversuch. Fangen wir mit den Herausforderungen an.

Zoom, Webex, Skype oder AdobeConnect können den analogen Kontakt nicht ersetzen. 30 Fenster auf einem Computerbildschirm mit Studierenden, die in ihre Webkamera schauen sind kein Ersatz für direkte Kommunikation, auf der Strecke bleiben die menschelnden Faktoren der Lehre und des Lernens. Das Fehlen informeller Kommunikation in den Seminarpausen oder vor oder nach den Veranstaltungen ist ein Handicap, das betrifft die Lehrenden-Studierenden-Kommunikation ebenso wie den Austausch der Studierenden untereinander. Für eine „Open-Door-Policy“ ist das alles nicht gemacht. Und mein Vortragsstil, der zwischen Standup-Comedy und sozialwissenschaftlichem Traktat oszilliert, braucht es echtes Publikum.

 

Herausforderung auch, weil wir uns in den vergangenen Jahren nicht oder nur sehr wenig mit den Potentialen des digitalen Wandels für die Bildungsarbeit auseinandergesetzt haben. Erschreckend ist es festzustellen, dass Douglas Adams Recht hatte mit seinen drei Regeln zur Reaktion auf Technologie: „1. Alles was es schon gab als Du geboren wurdest, ist normal und gewöhnlich und ist ein natürlicher Teil davon, wie die Welt arbeitet. 2. Alles was zwischen Deinem 15ten und 35ten Lebensjahr erfunden wird ist neu und aufregend und revolutionär und wahrscheinlich kannst Du damit Karriere machen. 3. Alles was nach Deinem 35ten Lebensjahr erfunden wird ist gegen die natürliche Ordnung der Dinge.”

Die Change-Potentiale der Corona-Pandemie haben sehr deutlich gemacht, dass es tragfähige Konzepte und damit verbunden funktionierende Technologien für eine Digitalisierung der Bildung gibt und dass gute Lehre in Teilen auch ohne Präsenz geht, ihr in manchen Bereichen sogar überlegen ist. Nur von Null auf Hundert digitale Lehre und Lernen zu organisieren ist zeit- und arbeitsintensiv, auch weil es Zeit braucht, um zu sehen was geht und was nicht.

Schnell wurde auch deutlich, dass die technische Infrastruktur von erheblicher Bedeutung für das Gelingen digitaler Lehre ist. Rechenleistung und Ausstattung meines Büro PCs kamen schon nach zwei Wochen an ihre Grenzen, auch die Leistung meines Internetzugangs benötigte ein Update und nicht alles was ich an Programmen brauchte gab es als Freeware - im Gegenteil.

Auch für die Studierenden war das eine Hürde. Mangelhafte technische Voraussetzungen haben spürbare Konsequenzen: Die Qualität der Teilnahme an Online-Seminaren leidet, wenn das Equipment limitiert, wenn die Internetanbindung in einem kleinen Dorf im Saarland schlechter als mangelhaft ist. Studierende mit schlechteren technischen Möglichkeiten werden automatisch ausgegrenzt. Ein Drittel der Studierenden habe ich noch nie gesehen, weil ihre Internetverbindung das nicht hergibt und mit manchen rede ich nicht, weil die Übertragungsqualität das nicht zulässt.

Aber ich wechsle jetzt in die positive Diktion. Vielleicht ist Corona auch die Chance, die die Grenzen der digitalen Infrastruktur in diesem Land deutlich macht. Corona zeigt, dass es hier einen großen Bedarf an Entwicklung gibt und Corona entwickelt so eine klare Katalysatorwirkung, die, wenn auch aus einer Zwangssituation heraus, die Digitalisierung von Kommunikation und Bildung beschleunigt. Es brauchte erst Kontaktsperren, bis ich entdeckte, wie einfach und flexibel sich der fachliche Austausch mit Kollegen in virtuellen Konferenzräumen organisieren lässt. Auch die Möglichkeit zwischen synchronen und asynchronen Lehrangeboten zu wechseln ist ein Vorteil für Lehrende und Studierende und ich hoffe, das wird in Zukunft Standard sein. Und es brauchte Corona, um festzustellen, wie viel Nützliches an Technik und Tools es gibt, die die Bildungsarbeit optimieren und die tägliche Arbeit erleichtern. Vielleicht lernen sogar wir, also wir jenseits der 35, uns mit den Möglichkeiten der digitalen Welt intensiver auseinanderzusetzen und Neues und Spannendes auszuprobieren, auch in der Bildungsarbeit und wenn es gelingt, verdeutlicht es die Affinität von Digitalisierung und lebenslangem Lernen.

Themenwochen Popmusik und Bürgermedien

MOK Kassel.

In zahlreichen Bürgermedien und Offenen Kanälen in Deutschland bekamen die Zuschauer*innen vom 26. Oktober bis zum 6. November jede Menge Popmusik zu hören und zu sehen. Koordiniert wurden die Themenwochen für den Bundesverband u.a. im MOK Kassel...

 

 

Die vom Bundesverband Bürgermedien initiierten Themenwochen knüpften an mehrere Fachtagungen und Begegnungen mit Vertretern beider Seiten an:

 

„Das Zusammenspiel von (lokaler) Musik und lokalen Medien ist eine für beide Seiten - bisher nur unzureichend genutzte - fruchtbare Möglichkeit, die es für die Kooperationspartner aus Popmusik und Bürgermedien auszubauen gilt“, fasst der BVBM-Vorsitzende Armin Ruda die Gespräche zusammen. „Und gerade in den letzten Krisenmonaten waren die Offenen Kanäle und Freien Radios mit ihren Aufnahmestudios und Produktionsmöglichkeiten eine willkommene Anlaufstelle für die lokalen Künstler*innen“.

 

Auf einem eigens für die Themenwochen bereit gestellten und im MOK Kassel koordinierten Server haben zwanzig Bürgersender zwischen Rostock und der Südwestpfalz mehr als 50 Produktionen ihrer jeweiligen Nutzer zum bundesweiten Programmaustausch zur Verfügung gestellt.

 

      
Termine
Hohoho!
Auch in diesem Jahr begleiten die Offenen Kanäle (OK) Kassel, Gießen, Fulda und Rhein-Main ihre Zuschauer mit einem eigenen, digitalen Adventskalender durch die Vorweihnachtszeit. Vom 1. bis zum 24. Dezember werden täglich um 18 Uhr digitale Türchen mit kurzen Filmclips geöffnet. Die Inhalte der Türchen sind stets eine Überraschung und wurden von lokalen Film- und Fernsehmachern sowie Nachwuchsjournalisten aus den OK-Standorten produziert.
Di., 01.12.2020, 18.00 Uhr
Weitere Infos in den vier hessischen MOKs
KURZFILMTAG 2020
Auch in diesem Jahr beteiligen sich die vier hessischen Offenen Kanäle mit einem Themenabend an dieser bundesweiten Aktion.
Mo., 21.12.2020
Weitere Infos in den vier hessischen MOKs
Weitere Informationen
Impressum: Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), Wilhelmshöher Allee 262, 34131 Kassel, Telefon: (0561) 93 586 0, E-Mail: newsletter-medienprojektzentren@lpr-hessen.de.