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Medienprojektzentren Offener Kanal
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Medienprojektzentren Offener Kanal
Ausgabe 3/2018 – 01. Oktober 2018
Liebe Leserinnen und Leser,

 

der jüngste Offene Kanal Hessens wird 20 Jahre alt, in Kassel wird über Europa diskutiert, im MOK Rhein-Main gab es Streit und in Gießen drei neue, alte Mitarbeiter. Neugierig geworden? Newsletter lesen!

 

Wenn Sie den Newsletter der MOKs Hessen nicht mehr lesen möchten, schicken Sie bitte eine Mail an kontakt@mok-fulda.de.

Nachrichten aus den Medienprojektzentren

Ein liberales Plädoyer für Europa

MOK Kassel.

Unter diesem Titel diskutierten Bettina Stark-Watzinger (Bundestagsabgeordnete und Generalsekretärin der hessischen FDP) und Marcel von Collani (Europa Union Kassel) im Studio des Offenen Kanals in Kassel über die liberalen Vorstellungen eines geeinten Europas. Prof. Hermann Heussner moderierte die Gesprächsrunde...

 

Die Europa-Union Kassel und die Friedrich-Naumann-Stiftung hatten zu dieser Veranstaltung eingeladen. Damit setzte die Europa-Union ihre Themenreihe in Kooperation mit politischen Stiftungen zu aktuellen europäischen Fragen im Studio des Offenen Kanals fort, nachdem im Sommer 2017 Gesine Schwan zu Gast war. 

Der Offene Kanal Kassel unterstützt die Europäische Union auch bei der Durchführung einer europäischen Begegenungswoche in Kassel im November.

 

 

Warum streiten wichtig ist

MOK Rhein-Main.

Acht Kinder aus dem Kinderzentrum Georg-Treser-Straße in Frankfurt haben zusammen mit ihrem Erzieher und einer Medienpädagogin aus dem MOK Rhein-Main einen Kurzfilm über Kinderrechte produziert. Unter dem Titel "Der Streit" setzten sich die Mädchen und Jungen mit der UN-Kinderrechtskonvention und den Artikeln 13 (Meinungsfreiheit) und 17 (Recht auf Information) auseinander.

 

Die Durchführung des medienpädagogischen Projektes war eingebettet in die Frankfurter Kinderrechtskampagne "Stadt der Kinder". Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Peter Feldmann und unter der Federführung des Frankfurter Kinderbüros fanden im Sommer verschiedene Aktionen in der Mainmetropole statt. Das MOK Rhein-Main und Kita Frankfurt - Ein Eigenbetrieb der Stadt Frankfurt am Main - haben sich an der Kampagne mit einem gemeinsamen Projekt beteiligt. An drei Tagen entstand der Kurzfilm "Der Streit" zusammen mit den Kindern aus dem städtischen Kinderzentrum Georg-Treser-Straße. Die Acht- bis Zehnjährigen entwickelten eigenständig die Idee, schrieben das Storyboard und übernahmen unter Anleitung Aufgaben wie Kamera, Ton und Postproduktion.

 

Die Kooperation von MOK Rhein-Main und Kita Frankfurt besteht bereits seit 2010. Beide Institutionen arbeiten bei der Durchführung von Fortbildungen für pädagogisches Fachpersonal sowie bei der Umsetzung von Medienprojekten für Vorschul- und Hortkinder eng zusammen. Die Verfilmung von Kinderrechten im Rahmen der Kampagne "Stadt der Kinder" wird fortgesetzt. In 2019 geht es um das Recht auf Gesundheit.

 

 

Text: NT. Bild: pixabay.com.

Jubiläum

MOK Fulda.

20 Jahre wird der Offene Kanal Fulda in diesem Jahr. Am 8. Mai 1998 zog der erste Mitarbeiter in die Räume Unterm Heilig Kreuz 3-5 ein, in denen damals bis auf ein paar Büromöbel, einen Computer ohne Internetanschluss, ein Telefon und ein Faxgerät noch große Leere herrschte. Sechs Wochen später wurden die Türen für die Nutzer geöffnet und die ersten Kamera- und Schnittkurse durchgeführt. Sendestart für Filmbeiträge war am 3. September, die große offizielle Eröffnungs-Live-Sendung am 21. Oktober.

Etwa 25.000 Fuldaer haben seitdem hier selbst Fernsehen produziert, an Kursen und Seminaren teilgenommen, und fast 17.000 Beiträge produziert und gesendet. Im Medienprojektzentrum, das den OK seit 2006 um sein M ergänzt, haben seitdem 32.500 Menschen an medienpädagogischen Projekten teilgenommen oder in Seminaren und Praxisprojekten gelernt, wie man diese selbst leitet.

Jedes Jahr lassen sich im Durchschnitt 190 neue Nutzer registrieren, werden etwa 1000 Filmbeiträge neu produziert, nehmen ca. 2000 weitere Kinder und Jugendliche an Medienprojekten teil und werden über 600 weitere Pädagogen in medienpädagogischer Arbeit geschult.

Am 4. März 2019 wird zum zwanzigsten Mal der Fuldaer Rosenmontagszug live übertragen.

Das ist das MOK Fulda heute, lokale Tradition und medienpädagogische Kontinuität.

Ebrukunst im Offenen Studio

MOK Gießen.

Eigentlich wollte Suna Koςal nur Urlaub in ihrer alten Heimat Deutschland machen. Doch dann traf die Künstlerin in Gießen auf Nurcihan Demirbas - und fand sich eine Woche später im Studio des MOK Gießen vor den Kameras wieder. Der Reihe nach: Frau Demirbas fragt am Freitag an, ob sie wohl innerhalb der kommenden Woche im Studio ein Interview mit einer bekannten türkischen Malerin aufzeichnen kann.

 

Das Konzept des Offenen Studios kommt ihr sehr entgegen. So trifft sie am Donnerstag mit der Künstlerin, Requisiten, Fragen und dem Regisseur ein. Die technische Seite mit Licht, Ton, Kamera wird von Mitarbeitenden des MOK sichergestellt. Die Bildgestaltung entsteht in Gemeinschaftsarbeit. Ein schwarzer Hintergrund wie beim seligen Bob Ross, eine Kameraperspektive von oben auf die Arbeitsfläche als Bild im Bild. Die Kunstwerke entstehen allerdings in einer Aluminiumwanne auf einer Wasseroberfläche. Das spiegelt. Schnell nochmal die Beleuchtung auf einige wenige Lichtquellen ändern. Es kann losgehen. Nur dieser Geruch. Ist ein Abwasserkanal übergelaufen? Nein, es ist Ochsengalle. Die sei nötig, damit die Farbe sich nicht vermischen, das erkläre sie gleich und man gewöhne sich auch ganz schnell daran, lässt Frau Koςal uns wissen. Nach Lüften mit Durchzug kann es losgehen. Wir erfahren, worauf es beim Malen auf Wasser ankommt und welche traditionellen Muster das geschichtsträchtige „türkische Papier“ bekannt gemacht haben. Als offizielle Botschafterin der Ebrukunst ist Suna Koςal ganz in ihrem Element. Zwanzig Minuten später ist die Sendung im Kasten. Nurcihan Demirbas kommt auf jeden Fall wieder. Dann möchte die Studentin zusätzlich eine der Kameras übernehmen.

Text: Immel / MOK Gießen. Bild: MOK Gießen.

Generalmusikdirektor im Offenen Kanal Kassel

MOK Kassel.

Die beiden Vorstandsmitglieder der Initiative Kulturpunkt Kassel, Jürgen Fechner und Knut Hoffmann, hatten zwei Tage vor der mit Spannung erwarteten Premiere des neuen RING am Kasseler Staatstheater die Chance, Francesco Angelico im Offenen Kanal zu interviewen...

 

Schon seit fünf Jahren unterstützt der Offene Kanal Kassel die Initiative KULTURPUNKT KASSEL. Kurz vor Beginn der jeweiligen Spielzeit des Kasseler Staatstheaters kommen die Verantwortlichen für Oper und Schauspiel ins Studio des MOK, um einen Einblick in die bevorstehende Saison zu geben.

 

 

Zwischen Israel und Westbank

MOK Fulda.

Daniel Frevel und den Offenen Kanal Fulda verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Mit 13 Jahren moderierte er das Schulkinowochen-Magazin, er produzierte lange Zeit die Reportage-Reihe „Blickpunkt Fulda“ und das Interview-Format „Frevel fragt“ zu Themen aus Kultur und Politik und drehte Reisereportagen. Mit dem Film „Auf den Schienen Europas“ gewann er, zusammen mit seinem Kameramann Niko Lipschik, 2015 den Camgaroo Award in der Kategorie Dokumentarfilm. Die Reportage schilderte ihre Eindrücke auf einer Interrailtour von Istanbul über Sofia, Budapest und Prag bis ins heimische Deutschland.

Jetzt haben die Beiden einen neuen Film gedreht, ihrem Genre, der Reisereportage sind sie treu geblieben. Diesmal ist es eine Rucksackreise, diesmal geht es ins Heilige Land. In „Zwischen Israel und Westbank“ zeigen sie ihre Begegnungen mit den Menschen vor Ort, sprechen mit Palästinensern über die Kunst des Graffiti-Sprayens, mit israelischen Pizza-Bäckern über vegetarische und vegane Küche und einheimischen Studenten über das Nachtleben des Landes.

Eine Einordnung der Reise bietet die Studiodiskussion, die im Anschluss an die Ausstrahlung des Films aufgezeichnet wurde. Hier spricht Daniel Frevel mit Alice Jacobi, die bei der Konrad Adenauer Stiftung in Israel ein Praktikum gemacht hat, dem Politologen Andreas Herberg-Rothe von der Hochschule Fulda und einem weiteren Reisegefährten, Linus Fischer, die die Impressionen des Films durch weitere Informationen zum Land vertiefen.

 

Music-Television

MOK Rhein-Main.

Die Auftritte von rund 30 regionalen Bands und Künstlern auf der radio X-Bühne des Frankfurter Museumsuferfestes wurden vom 24. bis zum 26. August vom Team des MOK Rhein-Main aufgezeichnet und im TV verbreitet. Unter www.mediathek-hessen.de sind alle Konzerte unter dem Stichwort "Museumsuferfest 2018" abrufbar. Und was die Besucher an dem Museumsuferfest mögen, wird in der "Frage der Woche" beantwortet.

 

Das MOK Rhein-Main präsentiert sich gemeinsam mit dem nichtkommerziellen Lokalradio radio x und der Initiative VirusMusik bereits seit dem Jahr 2015 auf dem Frankfurter Museumsuferfest. Film- und Fernsehinteressierte können dem MOK-Team während der dreitägigen Aufzeichnung der Konzerte über die Schulter schauen. Ort ist stets die radio x-Bühne auf der Sachsenhäuser Seite am Holbeinsteg.

 

 

Text: NT. Bild: NT.

Medienpädagogischer Abend mit Thomas Feibel

MOK Kassel.

Der richtige Umgang mit Tablets und Smartphones ist zur erzieherischen Mammutaufgabe geworden, wenn Kinder ungezügelt auf ihre Handys starren...

 

Können Eltern dem WhatsApp-Dauerchat etwas entgegensetzen und sind handyfreie Zeiten sinnvoll? Wie muss Schule reagieren und wo sind die Herausforderungen für die Zukunft?

Darüber diskutierte der renommierte Journalist und Buchautor Thomas Feibel mit dem Lehrer Reinhard Mehles und den Gästen  im Studio des MOK Kassel.

 

 

Praxisstudenten

MOK Fulda.

Seit einem Jahr müssen die Studierenden des Fachbereichs Sozialwesen der Hochschule Fulda im fünften Semester ein Praxissemester machen. Dies kann auch in den medienpädagogischen Projekten des MOK Fulda abgeleistet werden. Damit sie in dieser Zeit viel lernen, muss vorher jedoch einiges vorbereitet werden. Kooperationspartner für mögliche Projekte – Kitas, Grundschulen, Jugendfreizeitstätten – werden angesprochen und nach ihrem Bedarf gefragt. Die Strukturen der Einrichtungen werden erkundet, damit die Projekte hinterher auch in die Abläufe passen. Mögliche Inhalte für die jeweiligen Zielgruppen werden besprochen.

Das reicht aber nicht, die Studierenden müssen auch noch das Handwerk lernen. Technische Einführungen, Schulungen zu medienpädagogischen Methoden und Zielen, Einheiten zu Projektplanung, Spielen in der Projektarbeit, ein dreitägiges Seminar zu journalistischer Arbeit und vieles mehr wurden vorbereitet. Ein Zeitplan für die ersten Wochen wurde aufgestellt, damit alles gut koordiniert ist.

Mitte September haben Nikolai Wackermann und Enes Sahmann (obere Reihe li. u. re.) und Mailin Holz und Ljubow Schmidt (untere Reihe) ihren Dienst angetreten. Heute, zwei Wochen später, schwirrt ihnen schon ein wenig der Kopf, aber auch die Vorfreude auf die nächsten fünfeinhalb Monate ist groß.

In der oberen Reihe in der Mitte ist noch Frau Heike Münker zu sehen, die hauptberuflich als Sozialpädagogin im Amt für Jugend und Familie bei der Stadt Fulda arbeitet. Sie gibt einige der Schulungen und übernimmt die Begleitung der Studierenden in den ersten Praxisprojekten.

Zwei neue Freiwillige im MOK Gießen

MOK Gießen.

Zwei neue Freiwillige verstärken das Team vom MOK Gießen seit dem 01. September. Laura Albach (im Bild rechts) leistet einen Bundesfreiwilligendienst ab und Sarah Krüger ein Freiwilliges Soziales Jahr. Beide stellen sich nachfolgend kurz vor:

 

Laura:

 

"Ich heiße Laura Albach und mache zurzeit einen Bundesfreiwilligendienst im Offenen Kanal Gießen. Auf die Idee, einen Freiwilligendienst zu machen, bin ich durch die Vorstellung des Konzeptes an meiner Schule gekommen – für mich schien diese Möglichkeit ideal, da ich selbst nur vage Vorstellungen hatte, in welche Richtung ich mich nach dem Abitur beruflich begeben möchte."

 

Durch die Arbeit im Studio, an der Kamera und am Computer mit diversen Schnittprogrammen passt die Stelle im MOK zu mir, da ich mich schon immer für diesen Themenbereich interessiert habe und die erworbenen Kenntnisse nicht nur für mein Privatleben, sondern auch für meine beruflichen Interessen bedeutsam sind. Die Freiheit, eigene Projekte gestalten zu können, ermöglicht es mir, neue Fähigkeiten kreativ einzusetzen und zu festigen. Besonders auch die Personen, die sich an den Offenen Kanal wenden, sind sehr interessant: Durch die Unterstützung vielfältiger Projekte erhält man Einblick in zuvor unbekannte Interessensgebiete. Ich bin sehr gespannt auf die kommenden Monate meines Freiwilligendienstes und kann mir gut vorstellen, zukünftig in einem ähnlichen Bereich zu arbeiten.

 

Sarah:

 

"Mein Name ist Sarah Krüger, ich habe den schulischen Teil der Fachhochschulreife auf der Liebigschule Gießen absolviert und mich dann dazu entschieden, ein FSJ zu machen, um mich so für meine Fachhochschulreife zu qualifizieren. Fest stand für mich, dass ich gerne im kreativen Bereich arbeiten möchte. Nach einem Beratungsgespräch und etwas Recherche bin ich dann auf das FSJ Kultur und damit auch auf das MOK Gießen aufmerksam geworden. Film und Photographie habe ich bereits in meinem Kunst Leistungskurs behandelt und beide Themen hatten mich direkt interessiert. Schon bei meinem Vorstellungsgespräch wusste ich: Das möchte ich gerne machen. Nun, drei Wochen nach Beginn meines FSJ´s kann ich nur sagen, dass ich definitiv die richtige Entscheidung getroffen habe. Ich bin mir sicher, ich werde über dieses Jahr hinweg einige neue, interessante und hilfreiche Dinge lernen und vielleicht sogar meine berufliche Zukunft in dem Bereich Medien finden."

 

Wir wünschen beiden viel Spaß sowie viele interessante und neue Eindrücke und Erfahrungen!


 

Text: MOK Gießen. Bild: Behle / MOK Gießen.

Gleich um die Ecke

MOK Rhein-Main.

Der Frankfurter Künstler Felix Lenz hat seine Ausstellung "Farbfluten - Gleich um die Ecke" Mitte Juli bis Mitte September im MOK Rhein Main präsentiert. Die von Goethes Farbenlehre inspirierte Foto- und Filminstallation widmete sich dem Main und seinen Farben in der Innenstadt Frankfurts.

 

Lenz hat mit seinen Fotografien der Wasseroberfläche des Mains in Frankfurt einen bisher unbekannten Weg in phantastische Welten gefunden. Ganz ohne digitale Verfremdung boten die Bilder ein Kaleidoskop der Farben. "Serien erschließen Farbverläufe zwischen Tag und Nacht und unvermutet wecken abstrakte Figurationen eigene Kindheitserinnerungen", beschrieb Felix Lenz seine Fotoinstallation. Diese hatte zudem viele neue Besucher in das MOK Rhein-Main gelockt, die Konzept und Möglichkeiten kennenlernen konnten.

 

Felix Lenz wurde 1974 in Frankfurt geboren und ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Literatur und Medien an der Universität Bamberg tätig. Darüber hinaus gestaltet er Kurz- und Experimentalfilme sowie Fotografien, die im urbanen Raum auf Entdeckungssuche gehen. Er ist Träger des Bremer Nachwuchsfilmpreises 2017.

Text: NT. Bild: Felix Lenz.

Er ist wieder da! Ein Kollege kehrt nach einem Jahr Erziehungsurlaub zurück

MOK Gießen.

Unser Kollege Jens Friedrich ist nach einem Jahr Erziehungsurlaub wieder zurück im MOK Gießen. Hier berichtet er über seine Erfahrungen mit Kindern, Küche .... und anderen Herausforderungen:

 

Als ich Ende Juli 2017 meinen letzten Arbeitstag im MOK Gießen begann, um mich für ein ganzes Jahr ausschließlich meiner Familie zu widmen, waren meine Gefühle und Gedanken recht diffus.

 

Zum Einen freute ich mich natürlich auf die Zeit mit meinen Kindern, auf der anderen Seite war mir bei der Vorstellung auch etwas mulmig zu mute.


 

Hatte ich mich tatsächlich dafür entschieden, ein Jahr lang Hausmann, Vater, Ehemann, Putzkraft, Chauffeur und so weiter zu werden? Wollte ich wirklich meinen liebgewonnenen Arbeitsplatz gegen die Arbeit im Haushalt tauschen? Und das Ganze auch noch für lau? Ohne einen Cent zu verdienen? JA!

Nun könnte man meinen, dass ein Jahr Erziehungszeit, wie man es richtigerweise nennt, eigentlich wie Urlaub ist. Ein wenig die Kinder bespaßen, ein bisschen Haushalt, mal was kochen … was ist denn schon dabei? Dachte ich auch! Ich muss zugeben, dass ich mich in den ersten zwei  Monate meiner neuen Aufgabe auch mit Herzblut widmete. Ich dachte daran, wie meine Mutter früher Haushalt und Familie mit scheinbarer Leichtigkeit erledigte. Das spornte mich an! Ich wollte ebenso souverän sein und zeigen, dass auch Männer dies ebenso gut können.

 

Zwei Monate später! Vielleicht auch drei, dann kam es beim Prototyp „Super-Papa“ zu den ersten Abnutzungserscheinungen. Ich verfiel zunehmend einem Alltagstrott, jeder Tag begann gleich und hatte fast den gleichen Ablauf. Morgens die Kinder für die Kita fertigmachen, Brote schmieren dann die Kids zur Kita fahren. Anschließend entweder zu Hause aufräumen, sauber machen kochen oder Einkaufen. Wenn noch Zeit blieb vielleicht noch etwas Wäsche waschen oder zusammenlegen. Kinder machen viel Wäsche! Kinder abholen und das Nachmittag-Bespaßung-Programm abspulen. Obwohl die Nachmittage, wenn auch bisweilen anstrengend, doch nach wie vor Spaß machten und eigentlich das Beste am Job waren.

 

Ein Kampf gegen Windmühlen, der mich zunehmend entmutigte. Wie gesagt,  in den ersten zwei Monaten nahm ich die Herausforderung bereitwillig an und stürzte mich in die Arbeit. Ab dem dritten Monat schliff sich eine gewisse Routine ein, wodurch sich auch eine gewisse Langeweile oder Lustlosigkeit einschlich. Zuerst nur ein wenig, später immer mehr, so dass auch mal Wäsche liegenblieb und der Boden nicht mehr akkurat gesaugt war.


Nein! So konnte es nicht bleiben, zumal auch der Haussegen darunter litt. Kurzum entschloss ich mich mir eine Aufgabe zu suchen, die mich auf andere Gedanken bringen sollte. Ich las das Wochenblättchen und wurde fündig. Mitte Februar habe ich dann eine befristete Stelle als Erzieher in einem örtlichen Kindergarten übernommen. Endlich! Der Bann war gebrochen und die Stimmung besserte sich. Ein positiver Nebeneffekt war zusätzlich gegeben: Ich konnte so in ein Berufsfeld Einblicke gewinnen, über das ich zwar einiges wusste, in dem ich jedoch noch keine eigenen Erfahrungen machen konnte.


Aber auch diese Zeit ging vorüber und ich war um viele Eindrücke und Erfahrungen reicher.


Im August kehrte ich nun an meinen Arbeitsplatz im MOK Gießen zurück und freute mich wieder da zu sein. Nicht allein die Freude darüber,  wieder regelmäßig arbeiten gehen zu dürfen war es, sondern vielmehr die Erkenntnisse darüber, dass man, egal was man tut, auch mal einen Abstand braucht,  um sich neuen oder anderen Dingen zuzuwenden. Den Kopf mal frei zu machen vom beruflichen Alltag. Sich Klarheit zu verschaffen oder mal aus dem Kontext auszubrechen.  In meinem Fall konnte ich dadurch meine bis dato erworbenen Einstellungen und Perspektiven neu justieren. Kurzum:  Es tat gut, mal raus gewesen zu sein!

 

Nun bin ich wieder an meinem gewohnten Schreibtisch und widme mich mit neu gewonnener Lust meiner Arbeit und den neuen Aufgaben.

 

Schließen will ich, wie ich begonnen habe, mit einem Zitat:


„Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“ (Albert Einstein)

Text: Jens Friedrich / MOK Gießen. Bild: Behle / MOK Gießen.

      
Termine
Kurzfilmprojekt in den Herbstferien
Wolltet Ihr schon immer ein eigenes Drehbuch für einen spannenden, witzigen, schrägen oder actionreichen Kurzspielfilm schreiben? Wolltet Ihr mal dabei sein am „Set“ und die Arbeit des Regisseurs, der Schauspieler, der Tontechniker und Kulissenschieber beobachten oder diese Aufgaben gar selbst übernehmen? Wir bieten Euch in den Herbstferien diese Chance, gemeinsam einen Kurzspielfilm zu produzieren!
Mo., 08.10.2018, 10.00 Uhr
MOK Kassel, Rainer-Dierichs-Platz 1, 34117 Kassel, Tel.: (0561) 9200920
Weitere Informationen
Medieasurfer startet wieder!
Ab Mitte Oktober können wieder Medienprojekte für den Mediasurfer 2018 eingereicht werden. Mitmachen lohnt sich, insgesamt gibt es 14.000 € zu gewinnen!
Einsendeschluss ist bis zum 31. Dezember bei der LPR Hessen.
Mo., 15.10.2018
LPR HESSEN
Weitere Informationen
Blau machen oder grüner wird’s nicht – Wie Spezialeffekte im MOK-Studio funktionieren
Das Verfahren der Blue- oder Greenbox bei Film und Fernsehen kennen Sie spätestens aus der „Tagesschau“. Hintergründe, Grafiken, Gesprächspartner sind nicht leibhaftig anwesend, sondern werden elektronisch ins Bild gestanzt. Lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf und setzen Sie sie per Blue- oder Greenscreen-Technik in unserem Studio um! Sie erfahren, wie die Technik funktioniert, und realisieren eigene Aufnahmen. Bitte mitbringen: Fotos, Prospekte, Videos auf SD-Karten, USB-Sticks oder DVDs. Videos bitte im Format 16:9, Bilder bitte im FullHD-Videoformat 1920x1080.
Fr., 19.10.2018, 15.00 bis 18.00 Uhr
MOK Rhein-Main, Berliner Straße 175, 63067 Offenbach, Tel.: (069) 82369100
Witz komm raus - Praxisworkshop Filmkomödie
Der Workshop unternimmt zunächst einen Ausflug in die Geschichte des komischen Films und veranschaulicht Grundelemente der Komik. Danach werden die Teilnehmer angeleitet, vor und hinter der Studiokamera eine eigene humorvolle Szene zu entwickeln. Das Ergebnis muss nicht perfekt sein – aber komisch!
Sa., 20.10.2018, 10.00 bis 17.00 Uhr
MOK Kassel, Rainer-Dierichs-Platz 1, 34117 Kassel, Tel.: (0561) 9200920
„Guten Abend, meine Damen und Herren“: Moderationen, Off-Kommentare und Co. – Ein Training für TV-Macher
Wie kann ich die eigene Stimme lauter und klangvoller einsetzen? Wie wichtig ist Haltung und die richtige Atmung beim Sprechen? Und wie muss ich meine Moderationen und Texte schreiben, damit der Zuhörer sie auch problemlos versteht und die Worte ihre Wirkung entfalten? Mit Hilfe praktischer Tipps und Übungen optimieren wir Ihre Aussprache. Das Seminar richtet sich an Film- und Fernsehinteressierte und Pädagogen in Kita, Schule und Freizeit.
Mo., 22.10.2018, 16.30 bis 20.30 Uhr
MOK Rhein-Main, Berliner Straße 175, 63067 Offenbach, Tel.: (069) 82369100
Fachtag Digitale Medien
Vorträge und Workshops zum Umgang mit digitalen Medien in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in der Region Fulda, insbesondere stationärer und teilstationärer Jugendlhilfeeinrichtungen sowie ambulanter Dienste
Di., 20.11.2018, 08.45 bis 16.15 Uhr
Forum im Kanzlerpalais, Unterm Hl. Kreuz 1, 36037 Fulda
Weitere Informationen
Impressum: Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), Wilhelmshöher Allee 262, 34131 Kassel, Telefon: (0561) 93 586 0, E-Mail: newsletter-medienprojektzentren@lpr-hessen.de.